Was Ed Schein zur Unternehmenskultur in Zeiten von Social Media sagt

Auf die Frage: Was ist Unternehmenskultur? Landen die meisten früher oder später bei Edgar Schein, dem Wegbereiter des Forschungsfelds der Unternehmenskultur. Im Rahmen eines Workshops des TRIAS Institut für Organisationsentwicklung zu seinem neuesten Buch „Humble Inquiry” ergab sich Im IBM Research Lab Zürich die Gelegenheit Ed’s Sichtweise auf Social Collaboration und die Auswirkung auf die Unternehmenskultur zu erfahren.

Schein geht in seinem neuesten Buch über die “Macht der Fragen”, bzw. der Kunst des „hilfreichen“ oder „demütigen“ Befragen nach und beschreibt Techniken, mit denen die Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden informeller und offener gestaltet werden kann. Mit seiner umfangreichen Erfahrung verortet Schein die Kommunikation von unten nach oben, als das grösste Problem im Management.

 

Ed Schein prägte die Denkweise zur Unternehmenskultur

„Der wichtigste Beitrag, um Führungskräfte effektiver zu machen ist, dass die Mitarbeiter ihn mit Informationen von unten versorgen.”
– Edgar Schein, Professor Emeritus, Sloan School of Management, Massachusetts Institute of Technology, MIT

 

Doch wie kann der Manager die Mitarbeiter dazu bringen, ihm dieses Wissen anzuvertrauen? Für Schein gibt es hier nur eine Möglichkeit: Die Führungskräfte sollten die Mitarbeiter mit ihren Stärken und Schwächen besser kennenlernen und eine wertschätzende Beziehung zu ihnen aufbauen.

Kritischer Erfolgsfaktor: Unternehmenskultur

Bei der momentan in Schweizer Unternehmen stattfindenden Evaluation zur Einführung von Enterprise Social Networks (#ESN), Social Business Collaboration Tools (#SocBiz) und Enterprise 2.0 Software Systemen (#E20) werden die Stolpersteine bei der Implementierung diskutiert. Als eine der grössten Herausforderungen haben Studien die Unternehmenskultur identifiziert.

Herrscht keine offene Kommunikations- und Unternehmenskultur wird es schwierig die Mitarbeiter zu motivieren ihr Wissen mit anderen zu teilen, heikle Informationen oder Bad News dem Manager zu rapportieren, bzw. ins Mitmach-Intranet zu posten. Doch gerade dies ist ja der erwünschte Sollzustand einer agilen Organisation, wo Informationen Bottom-Up fliessen, flexibel und partnerschaftlich zusammengearbeitet wird und eine Kultur der Kollaboration dazu einladen soll, den Courant Normale in Frage zu stellen, Probleme beim Namen zu nennen, Entscheidungen zu Challengen, Ideen aufzunehmen und Co-Kreativ zur Innovation auszuarbeiten.

Ohne ’soziale Beziehung‘ keine ’social Collaboration‘

Ed Scheins Ratschläge zur Implementierung einer offenen Unternehmenskultur könnten simpler nicht sein: Gehen Sie mit ihren Mitarbeitern zum Armbrustschiessen. Oder lunchen Sie öfters mit Ihrem Team! Und illustriert es mit einem Beispiel wo in einer Studie nachgewiesen wurde, dass Teams in Spitäler weniger Fehler machen, wenn Chirurgen mit dem Personal gemeinsam in der Kantine zu Tisch sitzen. Bevor also offen kommuniziert und Collaboration eingeführt wird, ist es ratsam die persönlichen Beziehungen zunächst im Real Life auf sozialer Ebene zu etablieren.

Das Buch Humble Inquiry – the gentle Art of Asking instead of Telling kann ich allen Manager empfehlen, die sich nicht nur mit der Frage befassen: Was zum Geier soll ich denn nun in dieses Social Intranet posten? Als Ratschlag: Stellen Sie doch einmal eine Frage auf die Sie die Antwort nicht kennen ohne dabei Ihre aktuelle Agenda zu promoten. Hier vorformulierte Vorschläge von Schein als Anstoss:

Klärende Fragen:

  • Was genau ist das Problem?
  • Könnt ihr Einzelheiten berichten?

Fragen nach Ursache und Motiv:

  • Was war der Auslöser?
  • Warum glaubt ihr, ist das passiert?

Handlungsorientierte Fragen:

  • Wie kommt ihr darauf?
  • Was wurde bisher unternommen?

Systematische und Prozessorientierte Fragen:

  • Habt ihr das Gefühl, dass die Probleme ausreichend angesprochen wurden?
  • Müssen wir dieses Problem unter Zeitdruck lösen?

Ed Scheins zu Social Media im Unternehmen 

Schein sagte, dass über soziale Medientechnologien informeller kommuniziert werden kann. Vor allem auf der ersten und zweiten Hierarchiestufe scheine dies sehr gut funktionieren. An der Unternehmensspitze habe er auch in den Technologie-verliebtesten Unternehmen im Silicon Valley beobachten können, dass dort die Distanzen und Formalitäten bestehen bleiben. Damit die Kommunikation persönlich erfolgen kann, sei Vertrauen notwendig. Und dies werde über persönliche Treffen gefördert. Auch in virtuellen Strukturen könne Vertrauen aufgebaut werden, dies benötige jedoch eine gemeinsame Absichtserklärung und es dauere tendenziell länger bis sich das Vertrauensverhältnis etabliert.

„In Social Media or any Communication Media the Employees have the Choice to be either Personal or Formal“
– Edgar Schein, Professor Emeritus, Sloan School of Management, Massachusetts Institute of Technology, MIT

Mein persönliches Fazit dazu: Die Technologie verändert eine Unternehmenskultur per Se nicht. Um Social Business im Unternehmen einzuführen, um informelle und authentische Dialoge zu fördern bildet das Vertrauen in die Führung die Grundvoraussetzung, damit die Mitarbeiter die Sicherheit und Narrenfreiheit erhalten, dass auch kritische Rückmeldungen oder persönliche Ansichten in den Plattformen von Ihren Vorgesetzten Wert-geschätzt werden.

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